Product Anti-Development

Ein cooles „Innovationbüro“ hat Ihnen als Energieversorger eine glitzernde Customer-Erlebniswelt gebaut, und Sie mussten nach nur einem Jahr den Stecker ziehen? Ihre Brand-Agentur hat für vier Millionen Euro Ihre Airbus-Flotte blau angemalt, und nun vermissen 50 Millionen Kunden das satte Gelb von einst?

Kann im Beraterleben schon mal vorkommen – wenn man sich lieber von schicken Unternehmensphilosophien und abstrakten Consulting-Studien leiten lässt, als von detaillierter Kunden-, Markt- und Mitarbeiterbeobachtung.

Daher haben wir von Builders in Tech auch keine „Agentur-Philosophie“ entwickelt, sondern beachten lediglich ein paar einfache, aber entscheidende Regeln für unser Tun. Wir nennen sie die „Product Anti-Development Regeln”.

Hat da jemand gerade „Manifest“ gesagt?

1. Offline First

Alles wird Digital – ach wirklich? Donald Trump wurde zum „Big Boy“ von 300 Millionen Amerikanern und verabscheut bis heute jede Computertastatur. Und Al-Qaida war unter anderem deswegen so effektiv, weil sie auf handgeschriebene Kassiber und vier-Augen-Gespräche setzte, statt auf Emails und Mobiltelefone.

Das Thema „Offline“ ist also nicht zu unterschätzen – gerade in Zeiten von überquellenden Mail-Accounts und „Digital-Detox“ Seminaren. Deren Nutzer und Kunden sind übrigens gern mal im Stress und verursachen selbst den entscheidenden, folgenschweren „Fehler am Produkt”.

Aus diesem Grund erarbeiten wir unsere Strategien und Produkte auf Basis zweier Thesen: die Zukunft beginnt weit vor der Online-Welt, und Human Error hat noch jede Perfektion in die Knie gezwungen.

2. Form Follows Fun

Henry Ford hat einmal gesagt: „Wenn ich meine Kunden gefragt hätte, was sie wollen, wäre die Antwort „schnellere Pferde“ gewesen.“ Es lohnt sich also, bei der Strategie- und Produktentwicklung mal die „Customer-Problem-Solving Brille“ abzulegen und sich wieder auf Grundlegenderes zu besinnen: beispielsweise, wie neugierig und fröhlich Menschen plötzlich Dinge ausprobieren, wenn man sie wirklich überrascht.

Daher steht bei uns auch die Freude an der Interaktion im Mittelpunkt aller Überlegungen. Natürlich die zwischen Objekt und Anwender, aber auch zwischen Ihnen, Ihren Mitarbeitern und uns. Schließlich wollen Produkte nicht nur entwickelt, sondern auch ausgewickelt werden. Und getestet. Und mit nach Hause genommen.

Oder glauben Sie ernsthaft, elektrische Surfbretter wären dazu da, Probleme zu lösen?

3. Masse statt Klasse

Geben wir’s zu: Produktentwickler lieben schicke Entwürfe. Aber warum müssen selbst Online-Stahlbörsen heute so aussehen, als wären sie eine hippe Jeansmarke aus New York?

Gerade beim Thema Digitalisierung geht der eigentliche Erfolg des Projektes weit über das Thema “Design” hinaus. Ihre industrielle Plattform oder App muss folglich auch keinen Red-Dot Award gewinnen, sondern in der Fläche von großen Nutzerzahlen entdeckt, verwendet und zum Gedeihen gebracht werden. Daher geht es uns nicht um “Künstlertum”, sondern um viel einfachere Dinge: wie wäre es zum Beispiel mit Verständlichkeit, Vorteilsempfinden und “Entlastung durch Benutzung”?

Lassen Sie sich daher für Ihr Healthcare-Portal oder Ihre Maschinenbau-Plattform keine teuren Designstudien und A/B Testings aufschwatzen. Reden Sie lieber mit jemand (wie uns), der weiß, dass Weltmarktführer nicht durch Logos groß geworden sind, und dass gute Produkte in der Regel auch “massentauglich” sein müssen. Gilt bei längerem Nachdenken für Stahl sogar mehr, als für Jeans.

4. Design Thinking Making

Sie wollten die Zukunft ins Unternehmen holen, und alles was Sie bekamen, waren Wände voller bunter Post-It‘s? Ihre Berater haben auf alles in drei Sekunden eine Antwort, aber das Projekt geht lustigerweise trotzdem in die Jahre? Tja, könnte daran liegen, dass “Design-Thinking” und „Agile Projekte“ allein noch kein einziges Problem gelöst haben. Und seien wir ehrlich: bei “Scrum” klappt ja meist nicht mal eine saubere Coding-Dokumentation.

Manchmal ist es also besser, all diese Konzepte beiseite zu legen. Und wieder mit den einfachsten Mitteln zu arbeiten – Ihren eigenen Händen zum Beispiel. Wann hatte denn Ihr Top-Management zum letzten Mal die Hände in einem Topf voll Fingerfarben? Und warum eigentlich darf die Innenrevision nie mit “auf Messe”?

Sie werden sich wundern, was alles an Wissen, Motivation und Ideen ans Tageslicht kommt, wenn Mitarbeiter, Kunden und Vertriebspartner auch außerhalb der Betriebsfeier die Scheuklappen ablegen dürfen. Wenn wir mitmachen dürfen, zeigen wir Ihnen gerne, wie.